Über dem Baregg-Tunnel wohnt der Teufel

Die meisten kennen den Baregg als Tunnel auf der Autobahn A1 zwischen Zürich und Aarau. Doch am Osthang dieser Erhebung im aargauischen Baden befindet sich einer der mysteriösesten Orte der Schweiz.

In einem Waldstück ragen meterhohe Obelisken in die Höhe, umgeben von geheimnisvollen Schluchten und Höhlen. Es ist des Teufels Keller.

Geister verwüsteten einst den Hügel

Laut einer alten Sage lebte auf einer Burg in der Nähe von Baden einst ein Mädchen, das oft zu einem nahe gelegenen Hügel ging, um dort im Schatten des Gebüschs zu ruhen. Dieser Hügel war aber von Geistern bewohnt. Und einmal – das Wetter war furchtbar – verwüsteten ihn die Geister.

Entsetzliche Gestalten ziehen das Mädchen in die Tiefe

Als das Mädchen eines Nachts wieder dorthin kam, beschloss es, in die durch die Verwüstung entstandene Tiefe hinabzusteigen. Es trat hinein, wurde aber alsbald von wilden, entsetzlichen Gestalten ergriffen und immer tiefer in den dunklen Abgrund hinuntergezogen. Anderntags fand man das Mädchen plötzlich auf einer Anhöhe in der Nähe des verwüsteten Hügels, die Füsse in die Erde verwurzelt, die Arme in zwei Baumäste ausgewachsen und der Leib einem Stein ähnlich.

Der Teufelskeller war geboren

Durch ein Wunderbild, das man aus dem nahen Kloster herbeibrachte, wurde das Mädchen aus dem furchtbaren Zustand erlöst und zur Burg zurückgeführt. Auf den Gipfel des Hügels setzte man ein Kreuz. Dieser Hügel heisst heute Kreuzliberg – und die Tiefe nennt man noch immer des Teufels Keller.

Höhlen, Schluchten und Obelisken im Wald

Eine weitere Erklärung für die Entstehung dieses mythischen Ortes liefert die Geologie: Nach dem Rückzug des Riss-Gletschers vor rund 100’000 Jahren bildete sich die als Teufelskeller bekannte Sackung am Osthang des Baregg. Dabei glitten verkittete Deckenschotterblöcke von bis zu 30m Höhe auf den feuchten Molassemergeln allmählich talwärts. Der Teufel wurde zwar die letzten Jahre nicht mehr gesehen – dieser urtümliche Ort lädt jedoch zu wilden Spielen und besinnlichem Staunen ein. Der Teufelskeller ist eine Felssackung mit Nagelfluh-Obelisken, Höhlen, Schründen und Schluchten.

Badener Naturreservat

Darin hat sich ein vielfältiges Mosaik von Pflanzengemeinschaften mit typischen Pflanzenarten und imposanten Baumriesen entwickelt.Charakterarten für die schattigen Blockschutthalden sind die Hirschzunge, ein lappenartiger Farn, und die wohlriechende Mondviole. Ebenfalls selten und geschützt ist der bekannte Türkenbund. In den tiefgründigen Mulden wachsen die höchsten Buchen, Eschen und Fichten Badens mit bis zu 50m Höhe. 1987 hat die Ortsbürgergemeinde Baden den Teufelskeller zum Naturreservat erklärt.

Textquelle: bluetime.ch
Bildquelle: lesefenster.ch

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